Die erste SMS wurde 1992 verschickt. Seitdem hat sich die Welt weitergedreht: Messenger, Sprachnachrichten, Videos. Trotzdem landen Verifizierungscodes, Terminerinnerungen und Paketbenachrichtigungen bis heute als SMS auf dem Handy. Sind SMS also ausgestorben? Die kurze Antwort: nein. Die lange: Sie sind in die Jahre gekommen, und mit RCS gibt es einen modernen Nachfolger, der dieselbe Nummer und dieselbe Nachrichten-App nutzt.
Warum die SMS nicht verschwindet
- Sie funktioniert überall: Jedes Handy empfängt eine SMS, ohne App und ohne Datenverbindung.
- Sie ist vertraut: Kundschaft öffnet SMS und kennt das Format, vom Zahlencode bis zur Terminerinnerung.
- Sie ist einfach: Eine Telefonnummer genügt, es braucht keinen Account und keine Installation.
- Sie ist ein Fallback: Wenn ein neueres Verfahren nicht greift, kommt die SMS an.
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Wo die SMS an Grenzen stößt
- Nur Text mit begrenzter Länge: Bilder, Buttons und Karten gibt es nicht.
- Kaum Interaktion: Kundschaft kann nicht direkt in der Nachricht handeln, etwa einen Termin bestätigen.
- Wenig Vertrauen: Absender lassen sich vortäuschen. Betrugsnachrichten („Smishing“) nutzen genau das, und Menschen werden zu Recht misstrauisch.
- Kein Erlebnis: Eine nüchterne Textzeile hebt sich nicht von der nächsten Nachricht ab.
Was ist RCS?
RCS steht für Rich Communication Services und ist der Nachfolger der SMS. Nachrichten erscheinen weiterhin in der normalen Nachrichten-App des Handys, aber sie können deutlich mehr: Bilder, Videos, Antwort-Buttons, Karten mit mehreren Produkten und Lesebestätigungen. Für Unternehmen kommt etwas Wichtiges dazu: Absender können verifiziert werden. Die Nachricht trägt Name und Logo der Firma, und das macht sie vertrauenswürdiger.
| SMS | RCS | |
|---|---|---|
| Inhalt | Reiner Text, begrenzte Länge | Text, Bilder, Videos, Karten, Buttons |
| Interaktion | Antwort per Text | Direkt in der Nachricht, etwa „Termin bestätigen“ |
| Absender | Nummer oder Name, leicht fälschbar | Verifizierter Absender mit Name und Logo |
| Messbarkeit | Kaum | Zustellung, Lesebestätigung und Klicks möglich |
| Voraussetzung | Mobilnetz | Datenverbindung und Unterstützung durch Gerät und Netz |
| Verfügbarkeit | Überall | Wächst, aber noch nicht überall |
Ist RCS sicherer?
Für Unternehmensnachrichten ist RCS in einem wichtigen Punkt vertrauenswürdiger: Der Absender wird geprüft und angezeigt, und das erschwert Betrug im Vergleich zur SMS, bei der sich Absender leichter vortäuschen lassen. Das ist ein Gewinn für deine Kundschaft und für deine Marke. Wie weit Nachrichten zusätzlich verschlüsselt werden, hängt von Gerät, Netz und Art der Nachricht ab. Verlass dich deshalb nicht auf pauschale Aussagen, sondern prüfe den aktuellen Stand bei deinem Anbieter. Sensible Daten gehören ohnehin nicht in eine Textnachricht.
Wo RCS in Österreich steht
Auf Android-Handys mit Google Nachrichten läuft RCS seit Jahren. Auf dem iPhone gibt es RCS seit iOS 18, und in Österreich hängt es zusätzlich vom Mobilfunknetz ab: Nach Berichten (DER STANDARD, März 2026) hat Magenta als erstes Netz RCS für iPhones freigeschaltet, und zwar ab iOS 26.4. Bei anderen Netzen und bei virtuellen Anbietern ist der Stand uneinheitlich und ändert sich laufend. Deshalb ist ein Fallback so wichtig: Wo RCS nicht möglich ist, geht die Nachricht als SMS raus.
Der Stand der Verfügbarkeit ändert sich schnell. Bitte prüfe vor einer Kampagne, welche Netze und Geräte deine Kundschaft nutzt.
Was das für dein Geschäft bedeutet
Du musst dich nicht zwischen SMS und RCS entscheiden. Ein sinnvolles Setup nutzt RCS, wo es geht, und SMS als Rückfall. So erreichst du alle, und diejenigen mit RCS bekommen das bessere Erlebnis. Dazu kommen die anderen Kanäle: Push-Nachrichten für App-Nutzer, WhatsApp, wo Kundschaft zugestimmt hat, und E-Mail für längere Inhalte.
Beispiele, wo RCS besser wirkt als SMS
- Terminerinnerung mit Button „Bestätigen“ oder „Verschieben“
- Neue Aktion mit Bild und Button „Jetzt ansehen“
- Vorbestellung abholbereit, mit Karte zur Route
- Geburtstagsgruß mit Coupon als Karte
- Einladung zur eigenen App mit Download-Button
RCS mit Pocketshop
Pocketshop unterstützt RCS-Nachrichten mit Bildern, Buttons und Karten und fällt bei fehlender RCS-Unterstützung automatisch auf SMS zurück. Alle Details dazu findest du hier: pocketshop.at/funktionen/rcs. Für klassische SMS gibt es pocketshop.at/funktionen/sms, und die WhatsApp-Anbindung beschreibt pocketshop.at/integrationen/whatsapp. Für den Unternehmens-Versand ist eine einmalige Registrierung als verifizierter Sender nötig. Wir begleiten dich dabei.
Wichtig: Einwilligung und Datenschutz
Für Werbenachrichten per SMS, RCS oder WhatsApp braucht es in Österreich in der Regel eine vorherige Einwilligung der Empfängerinnen und Empfänger. Hole sie transparent ein, biete eine einfache Abmeldung an und dokumentiere sie. Das ist keine Rechtsberatung, bei Unsicherheit hilft die Wirtschaftskammer oder dein Datenschutzbeauftragter.
Fazit
SMS sind nicht ausgestorben, aber sie sind das Fundament, nicht die Zukunft. RCS ist die modernere Variante: mit Bildern, Buttons und verifiziertem Absender, und damit vertrauenswürdiger und wirksamer. Der klügste Weg ist die Kombination, bei der RCS die erste Wahl ist und SMS den Rückfall bildet.
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