Wer Mode kauft, will beraten werden und sich gut fühlen. Online-Plattformen bieten Auswahl und Preis, ein Fachgeschäft bietet Geschmack, Beratung und Vertrauen. Damit Kundinnen und Kunden nach dem Einkauf nicht zur nächsten Plattform wechseln, brauchst du einen direkten Draht zu ihnen. Dieser Beitrag zeigt acht Ideen, ein Beispielprogramm mit Stufen, passende Push-Texte, einen Jahresplan und die Kennzahlen, die du im Blick behalten solltest.
Das ist im Modehandel besonders
- Saisonales Geschäft: Kollektionen wechseln mehrmals im Jahr. Zwischen den Saisonen gibt es oft wenig Anlass zum Besuch, außer du schaffst ihn.
- Starke Online-Konkurrenz: Preisvergleich und kostenlose Retouren sind bei Plattformen Standard. Dagegen hilft nur, was online nicht geht: Anprobe, Stilberatung, persönliche Betreuung.
- Hohe Beratungsintensität: Gute Beratung kostet Zeit. Wenn danach kein Kontakt bleibt, verpufft der Aufwand.
- Emotionale Kaufentscheidung: Kundinnen kaufen bei Menschen, denen sie vertrauen. Dieses Vertrauen lässt sich pflegen.
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8 Ideen für mehr Stammkundschaft
1. Neue Kollektion per Push
Wer die App hat, erfährt als Erste, wenn neue Ware eintrifft. Das ist der einfachste Hebel: Ein Foto der Neuheit, ein kurzer Text und die Möglichkeit, Lieblingsstücke vorab zurücklegen zu lassen. So wird die Neuheit zum Anlass für den nächsten Besuch.
2. Treueprogramm mit Stufen
Wer häufiger kauft, steigt auf: Mit jeder Stufe gibt es mehr Vorteile, etwa früheren Zugang zu neuen Kollektionen, kleine Geschenke oder Einladungen zu Events. Stufen motivieren, noch ein Teil dazuzukaufen, weil die nächste Stufe in Sichtweite ist.
3. Empfehlungsprogramm
Zufriedene Kundinnen empfehlen gern weiter, besonders in der Mode. Mit einem Vorteil für beide Seiten wird daraus ein planbarer Weg zu Neukundschaft. Eine Empfehlung von einer Freundin ist mehr wert als jede bezahlte Anzeige.
4. Zurücklegen und Vorbestellen
Wer ein Teil in der App reserviert, kommt sicher vorbei, probiert an und kauft häufiger mehr dazu. Das führt Online-Interessentinnen in dein Geschäft, wo deine Stärken liegen.
5. Persönliche Stilberatung
Termin für die Beratung in der App buchen: Das verbindet Service mit Planbarkeit. Für dich bedeutet es ruhigere Zeiten besser zu nutzen, für Kundinnen die Sicherheit, dass sich jemand Zeit nimmt.
6. Geburtstags-Gruß
Eine persönliche Nachricht mit kleinem Vorteil zum Geburtstag bleibt in Erinnerung und bringt oft einen Besuch. Voraussetzung: Kundinnen geben ihr Geburtsdatum freiwillig an, etwa bei der Registrierung in der App.
7. Events und Modenschauen
Kollektionspräsentationen, Styling-Abende und Shopping-Nächte lassen sich per Push ankündigen und in der App anmelden. Veranstaltungen schaffen Bindung, die Rabatte nicht schaffen, und bringen mehrere Kundinnen gleichzeitig ins Geschäft.
8. Schlussverkauf zuerst für Stammkundschaft
Gib treuen Kundinnen vor dem Sale einen Vorsprung. Das belohnt Treue, verhindert, dass die besten Stücke vergriffen sind, und gibt dem Treueprogramm einen konkreten Wert.
So könnte dein Treueprogramm aussehen
Das folgende Programm ist ein Beispiel mit angenommenen Werten. Passe Schwellen und Vorteile an deine Marge und deine Kundschaft an.
| Stufe | Erreicht bei | Vorteile |
|---|---|---|
| Start | Registrierung in der App | Willkommensvorteil auf den ersten Einkauf |
| Silber | Ab 300 € Jahresumsatz | Früher Zugang zu neuen Kollektionen, Geburtstags-Gruß |
| Gold | Ab 800 € Jahresumsatz | Zusätzlich Einladung zu Events und kostenlose Stilberatung |
Push-Vorlagen für den Modehandel
- Neu eingetroffen: Die Herbstjacken sind da. Sichere dir jetzt deine Größe und lass dir das Lieblingsstück zurücklegen.
- Nur für dich als Stammkundin: Der Sale startet morgen, du darfst heute schon stöbern.
- Styling-Abend am Donnerstag: Wir zeigen dir die neuen Looks. Plätze begrenzt, melde dich in der App an.
- Alles Gute zum Geburtstag! Wir schenken dir 10 € für deinen nächsten Einkauf.
- Du warst länger nicht da. Wir haben neue Stücke, die zu dir passen. Komm vorbei und probier an.
- Bring eine Freundin mit: Ihr beide bekommt einen Vorteil, wenn sie das erste Mal bei uns einkauft.
Die Texte sind Vorschläge. Prüfe Preise, Beträge und Fristen, bevor du sie verwendest, und halte versprochene Vorteile ein. Nicht jede Idee ist in jedem Setup als Standardfunktion enthalten. Welche Funktionen für dein Geschäft möglich sind, klären wir im Erstgespräch.
Ein Jahresplan für Aktionen
| Zeitpunkt | Anlass | Aktion in der App |
|---|---|---|
| Februar bis März | Frühjahrskollektion | Push zur Neuheit, Zurücklegen, Styling-Abend |
| Mai | Muttertag | Geschenkideen, Gutscheine |
| Juni bis Juli | Sommer und Sale | Vorab-Zugang für Stammkundschaft |
| September | Herbstkollektion | Push zur Neuheit, Event |
| November | Black Week | Sonderaktion für Stufen Silber und Gold |
| Dezember | Weihnachten | Gutscheine, Geschenktipps, Öffnungszeiten |
Diese Kennzahlen zeigen, ob es wirkt
- Wiederkaufrate: Wie viele Kundinnen kommen mindestens ein zweites Mal?
- Durchschnittlicher Bon: Steigt er bei App-Kundinnen gegenüber Kundinnen ohne App?
- Aktivierungsquote: Wie viele Kundinnen aus dem Geschäft nutzen die App?
- Empfehlungen: Wie viele Neukundinnen kommen über das Empfehlungsprogramm?
Beispiel aus der Praxis: DoppelD in Berlin
DoppelD, eine exklusive Lingerie-Boutique in Berlin, hat mit einer eigenen App nach eigener Success Story innerhalb eines Monats 600 aktive Nutzerinnen gewonnen. Der Umsatz in diesem Monat lag bei rund 50.000 €, getragen von Käufen nach Push-Nachrichten, Coupon-Einlösungen, Neukundinnen aus dem Empfehlungsprogramm und Stammkundinnen, die sich über die neue Kollektion informiert haben. 20 Neukundinnen kamen durch Empfehlungen. Das sind Zahlen von DoppelD, sie lassen sich nicht automatisch auf jedes Geschäft übertragen.
Auch die Boutique Genner aus Korneuburg und Paparazzi Mode aus Hamminkeln nutzen eine eigene Pocketshop-App für ihre Kundschaft.
So startest du in drei Schritten
- Lege fest, was dein Programm belohnen soll: Häufigkeit des Einkaufs, Umsatz oder Empfehlungen, und schreibe die Regel in einem Satz auf.
- Richte deine App mit Treueprogramm, Coupons und Push ein und erkläre sie deinem Team in zehn Minuten.
- Starte mit einem Willkommensvorteil, weise an der Kasse und in der Umkleide auf die App hin und prüfe nach einigen Wochen Besuchsfrequenz und Einlösungen.
Das solltest du vermeiden
- Zu viele Rabatte: Wer ständig reduziert, gewöhnt Kundinnen an niedrige Preise. Belohne lieber Treue als Schnäppchenjagd.
- Zu viele Nachrichten: Eine Push pro Woche mit echtem Anlass wirkt besser als tägliche Werbung.
- Kompliziertes Programm: Wenn Kundinnen Stufen nicht verstehen, nutzen sie sie nicht.
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